Mahler IX: Abschied? Tod? Hoffnung?
Shownotes
Als Gustav Mahlers Neunte Symphonie 1912 uraufgeführt wurde, war der Komponist bereits ein Jahr tot. Seitdem hängt dem Werk der Nimbus der Abschieds- ja Todessymphonie an. Doch als Mahler sie im Sommer 1909 komponierte, war er 49 Jahre alt, bei passabler Gesundheit und konnte nicht voraussehen, dass ihm nur noch knappe zwei Jahre zu leben bleiben würden. Thomas und Philipp diskutieren Mahlers letztes vollendetes Meisterwerk und unterhalten sich über den biographischen und historischen Hintergrund, über die Entstehungsgeschichte und Deutungsversuche. Worum geht es in diesem Stück? Wird hier eine Geschichte erzählt, werden philosophische Gedanken in Musik gegossen, oder handelt es sich um absolute Musik, die sich jeder weiteren Bedeutung entzieht? Warum berührt uns dieses Stück 117 Jahre nach seiner Entstehung so tief und warum scheint es einen stets wachsenden Hörerkreis in seinen Bann zu ziehen?
Bücher zum Thema:
Henry-Louis de La Grange: Mahler Volume 4. A new life cut short (1907-1911)
Jens Malte Fischer: Gustav Mahler - Der fremde Vertraute
Konstantin Floros: Mahler - Die Symphonien. Band 2
Laaber Verlag: Gustav Mahler - Interpretationen seiner Werke. Band 2
Arthur Schopenhauer: Die Welt als Wille und Vorstellung
Susanne Möbuß: Schopenhauer für Anfänger
Aufnahmen: Wiener Philharmoniker - Bruno Walter (1938) Berliner Philharmoniker - Leonard Bernstein Berliner Philharmoniker - Herbert von Karajan Wiener Philharmoniker - Claudio Abbado Berliner Philharmoniker - Claudio Abbado Mahler Academy Orchestra - Philipp von Steinaecker
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https://www.busoni-mahler.eu/academy/de/originalklang-project-de/
Fragen und Anregungen: kontakt@einfach-kompliziert.com
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Transkript anzeigen
00:00:02:
00:00:14: Einfach kompliziert,
00:00:17: einfach kompliziert.
00:00:18: Man hat von ihnen schon mal gehört, sie vielleicht sogar im Regal stehen oder könnte sie zumindest innerhalb von Sekunden runterladen.
00:00:25: Mahlers neunte Symphonie
00:00:26: Marcel Proust auf der Suche nach der verlorenen Zeit
00:00:29: Ludwig van Beethoven's Mr.
00:00:30: Solemnis Die
00:00:31: Romane von Haimito von Doderer und Robert Musil
00:00:35: die Werke von Arnold Schönberg und Karl-Heinz Stockhausen.
00:00:37: Aber man schreckt vor ihnen zurück.
00:00:39: Zu schwierig zu lang
00:00:41: Auf jeden Fall zu lange her.
00:00:43: Ich bin Philipp von Steinecker Dirigent & Cellist
00:00:46: Und ich bin Thomas von Steinerker Schriftsteller und Filmemacher.
00:00:50: Wir sind Cousins, und seit unserer Kindheit diskutieren wir manchmal auch sehr kontrovers über die Werke aus Literatur- und Musik, die uns begeistern und beschäftigen.
00:00:58: In unserem Podcast reden wir in jeder Folge über ein Werk das landläufig als Sperrig gilt aber an dessen Relevanz wir glauben
00:01:05: Oder doch zumindest einer von uns!
00:01:07: Denn daran sind wir uns einig Das komplizierte wird einfach wenn man dafür brennt.
00:01:18: Lieber Philipp Was ist das?
00:01:21: Erste Wort, was dir einfällt bei Gustav Mahlers neunter Symphonie?
00:01:29: Bei Mahlers Neunter fällt mir das Wort existenziell ein.
00:01:34: Existenziell weil es ist eine Musik die so dermaßen ans Eingemacht geht und wo man sofort spürt auch wenn man nicht unbedingt weiß was da hat dieser Mann davor merkt man gleich Es geht hier ums Ganze um die ganz großen Fragen.
00:01:55: Und die Musik ist so kompromisslos und höchst emotional, dass sich das sofort und mir sich so aufdringt dieser Eindruck der Existenz.
00:02:08: Also
00:02:08: bei hochemotional würde ich total mitgehen.
00:02:12: lustigerweise und deswegen ist es auch eigentlich perfekt mit Maler und seiner neunten Symphonie unseren Podcast einfach kompliziert zu beginnen.
00:02:23: Mir war Maler wirklich ganz lang, also sozusagen, vierzig-fünfundvierzig Jahre lang.
00:02:30: War das wirklich so eine Gegenfigur?
00:02:34: Eine Hatefigur für mich?
00:02:37: Wirklich der Inbegriff von klassischer Musik wie ich sie nicht mag.
00:02:44: und da spielten natürlich dann alle Klischees mit die man bei Gustav Maler seit Lebzeiten irgendwie mit sich rumträgt, also Bombast ist das erste.
00:02:55: Immer over the top, da kommt das Emotionale also immer zu viel.
00:03:00: Also zu laut vor allem, zu leise, zu viel Blech oder zu viel die Megaspannung ja?
00:03:07: Die dann... Das effekthascherische, da denkt man natürlich auch achte Symphonie der Tausend und so alle diese Klischees.
00:03:18: Und deswegen ohne ihn mal richtig gehört zu haben habe ich da eigentlich einen großen Bogen drum gemacht und als ich dann angefangen habe ihn zu hören, war es mir tatsächlich zu kompliziert.
00:03:31: Ich hab's nicht verstanden... ...und seit ungefähr fünf sechs Jahren ist das eine Liebesbeziehung geworden.
00:03:44: Gibt es fast nichts schöneres?
00:03:46: Also es gibt Schöneres aber es ist ganz oben bei mir.
00:03:51: Und das Lustige ist dass ja Ich habe das Gefühl, es ist ja jetzt wieder eine neue Maler-Renaissance ausgebrochen.
00:04:00: Es gibt ja keine Spielzeit wo nicht exzessiv fast alle Symphonien von Malern gespielt werden.
00:04:06: insofern einfach kompliziert.
00:04:09: Der Maler ist wirklich angekommen und das ist sehr interessant was du sagst weil dieses Gefühl, dass du also in diesen vierzig verlorenen Jahren hattest Das war auch das Gefühl, was die das Publikum zu seiner Zeit hatte.
00:04:25: Also er war ja ein großer Dirigierster und so weiter.
00:04:28: aber seine Musik wurde eigentlich vollkommen abgelehnt bis auf kleine Ausnahmen Und die Leute hatten genau dieses Gefühl.
00:04:36: Es ist einfach zu viel.
00:04:37: Das ist irgendwie hysterisch.
00:04:42: Und jetzt ist der Mahler da und hat auch seinen großen Konkurrentenrichter Strauß letztlich irgendwie überholt, kommt einem vor wenn man so die Konzertprogramme sieht.
00:04:53: Was meinst du?
00:04:54: Das ist eine
00:04:54: gute Frage!
00:04:56: Ich habe eine kleine Anekdote... ich war ja mit dem Komponisten Karl-Heinz Stockhausen befreundet, der auch glaube ich ne Love-Hate-Relationship mit Mahler hatte gefragt tatsächlich mal.
00:05:14: Kann ich mich noch gut an dem Moment erinnern?
00:05:15: Thomas, warum meinst du ist Gustav Mahler plötzlich so populär?
00:05:21: und ihm war es auch ein Rätsel?
00:05:24: ja und das war so Ende der neunziger Jahre.
00:05:29: also ich glaube tatsächlich wenn man's jetzt oberflächlich betrachtet kriegt man bei einem Mahlerkonzert wirklich das meistmögliche was von einem Konzert erwarten kann die ganz großen Emotionen, das große Orchester.
00:05:47: Die Länge also... Das macht die Sache auch so kompliziert.
00:05:51: wir reden über die neunte Symphonie da sind wir bei achtzig, neunzig Minuten oder?
00:05:55: Also und es gibt noch längere Symphonien von ihm.
00:05:59: Man kriegt eigentlich man bestellt etwas ich sag's ist ein bisschen böse ja.
00:06:03: Man bestellt was als Konzertgeher und bekommt dann wirklich einen fünf Sterne-Menü zumindest vom vom Volumen her.
00:06:12: Danach hat man das Gefühl, dass man wirklich was erlebt und bekommen hat.
00:06:19: Es ist ja schwer nicht emotionalisiert zu werden von Mahler.
00:06:22: Man spürt diese Hochspannung, ob man sie gut findet oder nicht.
00:06:26: Spürt man bei jeder Sinfonie.
00:06:30: Das ist doch hochinteressant, weil ich glaube es stimmt ganz genau, dass du sagst die langen Stücke... Allein die Länge, also wenn man das so durchgesessen hat.
00:06:42: Und die meistens enden die dann ja auch mit wirklich...
00:06:45: Katarsis oder so.
00:06:47: Größter Katarsiss.
00:06:49: Da hat man das Gefühl, dass hat mit einem was gemacht und das ist ein gutes Gefühl.
00:06:54: Auch wenn man vielleicht zwischendrin über längere Strecken nicht ganz bei der Sache war es ja auch nicht leicht sich durch sowas durch zu konzentrieren.
00:07:03: aber das macht etwas mit einem und ich glaube ein großer Grund ist, warum Maler jetzt so beliebt ist.
00:07:10: Weil die Straußstücke zum Beispiel sind dann immer alle nur so dreißig, fünfundreißig vierzig Minuten und ich glaube es ist auch noch was anderes.
00:07:19: aber ich glaube man merkt bei Maler auch dass da sehr viel dahinter ist und dass es auch um philosophische Inhalte geht, also um Inhalten die das Leben betreffen.
00:07:34: Leben und unseren Zustand als Menschen.
00:07:39: Und das hat irgendwie sowas Verbindendes.
00:07:43: aber vielleicht weiß ich da schon wieder zuviel.
00:07:45: Ich gebe dir völlig recht, ich glaube aber, dass du da sehr idealistisch denkst.
00:07:52: Wenn man von der Tonsprache her denkt, ist das natürlich auch die Tonssprache zusammen mit der von Richard Strauss oder Richard Wagner.
00:08:00: Die glaube ich so den Sprung zum Beispiel in die Filmmusik geschaffen hat.
00:08:06: Es ist modern aber geht nicht über die Schwelle dessen hinaus was man noch verstehen kann.
00:08:12: es geht an die Grenzen der Tonalität und auch rhythmisch sehr komplex.
00:08:16: Aber es geht nie über das hinaus, wo der Normalhörer sagt, da bin ich draußen.
00:08:21: Ich kapiere das nicht mehr.
00:08:22: Ja?
00:08:22: Aber es ist eben doch kompliziert.
00:08:26: und um jetzt beim Thema zu bleiben ... Wir haben uns ja die neunte Symphonie bewusst auch ausgesucht von den neun oder fast zehn, die er geschrieben hat.
00:08:39: Die neun...
00:08:40: Zehn!
00:08:41: Zehn.
00:08:42: Zehnte Unvollendet aber ... ... vom Fremderhandvolle.
00:08:45: Genau!
00:08:47: Die neunte, da muss ich wieder sagen... die neunte war die Symphonie, die mich hundertprozentig für Mahler gewonnen hat.
00:08:56: Also das war wirklich das Stück was mich umgeworfen hat.
00:09:01: aber es hat sehr lang gebraucht und ich wollte es ganz oft hören und habe es ganz aufgehört, aber ich musste es auch oft hören, um es dann zu kapieren.
00:09:10: Und lustigerweise Einfach kompliziert.
00:09:13: Das komplizierte stellte sich als extrem einfach, nicht simpel sondern als einfach im Sinne von einleuchtend heraus, als ich es oft gehört habe.
00:09:25: Und
00:09:25: das ist aber ganz oft finde ich der Schlüssel dass man Sachen einfach oft hören muss und dass eine... Es ist also ums vielleicht zu beschreiben für die von euch, die das nicht vielleicht noch nie eine Note davon gehört haben könnte ja sein.
00:09:40: kontrapunktische Musik.
00:09:41: Also es sind sehr viele Stimmen, die gleichzeitig passieren und das kann also nicht immer.
00:09:47: aber das kann natürlich auch überfordernd wirken.
00:09:51: im Moment Und da hilft es oft wenn man Sachen mehrmals hört viel hört weil man dann schafft Sachen auch verschiedene Stimme auch gleichzeitig wahrzunehmen und am Anfang sucht man vielleicht so ein bisschen nach Halt den man dann in der Überforderung nicht findet und den gibt es aber.
00:10:13: Und das sind eben auch nicht nur kontrapunktische Sachen, sondern es gibt eben auch Momente großer Einfachheit und großer Schönheit.
00:10:24: Ich finde mir dass er das auch sehr toll balanciert wie viel an fordernden Stellen und wieviel Anstellen, wo man sich auch gehen lassen kann.
00:10:38: Diese neue Symphonie... Ich glaube das was alle für Mahler auch einnimmt also es ist ja nicht nur die Musik, sondern auch immer die Person des Künstlers und seine Biografie, die dahinter steht.
00:10:54: deswegen war ich auch sehr dafür die neue Symphonie ... auch aus anderen Gründen, aber auch deshalb zu machen.
00:10:59: Weil es für mich zum Beispiel unverstellbar ist,... ... dass er die in meinem Alter geschrieben hat.
00:11:05: Ja?
00:11:06: Also... Er ist mit fünftigeren Storben.
00:11:08: Auf den Bildern sieht der immer, könnte man auch sagen, er ist sechzig.
00:11:12: Aber er ist mit fünfzig gestorben und hat die Symphonie mit acht, achttunvierzig... ...geschrieben.
00:11:18: Ehm...
00:11:19: Und das ist wirklich unglaublich!
00:11:23: Die Biografie ist deswegen auch so einnehmend weil sie... von großer Tragik geprägt ist, gerade eigentlich kurz bevor er anfängt die neunte Symphonie zu schreiben und darüber werden wir auch zu sprechen haben was dann natürlich auch zu vielen Missverständnissen geführt hat.
00:11:44: Absolut ich denke das bei Mahler.
00:11:47: also wenn man so seine Entwicklung auch sieht um das ganz kurz anzureißen gibt es diese ersten vier Symfonien teilweise auf so deutscher Frühromantik basieren, textlich auf diesen Wunderhorn-Liedersammlung von Brentano.
00:12:06: So eine Art Weltflucht oder auch so eine Möglichkeit mit dem ursprünglichen Volksgeist sich wieder zu verbinden aber die dann immer sehr starke philosophische Inhalte haben also stark beeinflusst damals schon durch Schubmauer aber eben auch durch Nietzsche Und wo er so Lebens, wie sagt man?
00:12:29: So philosophische Entwürfe macht.
00:12:30: Also wie alles zusammenhängt die Rolle des Menschen, die Rolle von Gott und das ist sehr weise in vieler Hinsicht und sehr persönlich auch.
00:12:42: also er schreibt da jetzt nicht so wie Richard Strauss irgendwie einfach den Zarathustra nach oder so sondern er stellt sich da seine eigene Sicht der Dinge zusammen baut dann so große Symphonien drum herum.
00:12:57: Und das hat natürlich irgendwie so die, vielleicht wenn man so mit Ende zwanzig Anfang dreißig ist und irgendwie merkt ich bin jetzt nicht mehr siebzehn.
00:13:07: Ich habe schon was verstanden im Leben und viel gelesen hat.
00:13:10: Dann wagt man sich zu solchen Thesen heraus glaube ich.
00:13:15: Das hört man sehr stark in diesen Stücken.
00:13:18: Die haben so ein Optimismus und auch so einen intellektuellen philosophischen Optimismus, der toll ist und die sind wahnsinnig inspiriert natürlich.
00:13:27: Und dann ab der fünften Symphonie fängt er an es geht immer weiter auch um diese Themen natürlich aber er fängt an auch seine Biografie ganz stark in diese Stücke einfließen zu lassen.
00:13:39: Also nicht nur zu sagen, das ist Gott, dass es die Welt, das is der Tod sondern auch wo stehe ich hier und wie erlebe ich das?
00:13:48: Er hatte dann eben kurz vor der fünften hatte er so eine Nahtoderfahrung.
00:13:53: Das hat ihn wohl sehr ganz schön aus der Bahn geworfen und er hatte das Gefühl er muss das alles noch mal neu denken.
00:14:00: Und ab da sind seine Stücke so.
00:14:02: ne interessante wahnsinnig wahnsinnige attraktive Mischung Philosophie und Biografie.
00:14:10: Und das bleibt dann eben auch so, natürlich in seiner letzten Veränderung in der neunten Symphonie.
00:14:19: Du hast es schon angerissen... Also deshalb ist Biografi so wichtig!
00:14:24: Wir werden darüber sprechen, ich werde auch versuchen Ein bisschen über die Philosophie zu sprechen, ein bisschen über den Schopenhauer auch wenn das jetzt so ein bisschen Prätenzions klingt.
00:14:36: Aber ich habe mich damit in letzter Zeit viel befasst und es ist tatsächlich auch fantastisch Und mir hat das nochmal neue Wege zu dieser Musik und vor allen Dingen zur neunten eröffnet und da brenn' ich natürlich auch darauf dass mit dir um mich einzuteilen
00:14:53: Ich werde natürlich fragen inwieweit erstes dann tatsächlich braucht zum Verständnis der Symphonie.
00:15:01: Das stellen wir jetzt
00:15:02: mal absolut legitimste an
00:15:05: und gehen mal in die biografischen Follen, also ich habe das Wort Tragik verwendet und das ist... Ich glaube es gibt wenige Biographien wo sich die Tragic eines Lebens in einem Jahr so bald Wie bei Gustav Mahler.
00:15:26: Vielleicht ganz kurzer Entwurf, in welcher Lebenssituation es ist?
00:15:29: Er ist
00:15:30: eigentlich als Dirigent legendär in dem Moment und das muss man vielleicht dazu sagen.
00:15:37: er ist nicht als Komponist so weltberühmt wie er heute ist sondern eigentlich als revolutionärer Dirigent.
00:15:45: Frage an dich als Dirigent was hat ihn als Dirigenz so revolutionär gemacht eigentlich?
00:15:51: Also ich will jetzt da nicht,
00:15:53: falsche Frage.
00:15:56: Aber sagen wir er war berühmt dafür dass er ein unglaublicher Perfektionist war.
00:16:04: Er war äußerst emotional in seinem Geregat sehr sehr einfallsreich in der Gestik anscheinend also.
00:16:14: es gibt natürlich keinen Film davon und aber er hatte eine Technik die Erstaunlich war und ein fantastisches Gehör.
00:16:23: Und er war vollkommen kompromisslos, wenn es zur Interpretation kam – und zwar bei aller Musik, bei seiner eigenen natürlich, bei den Klassikern, vor allen Dingen auch bei Richard Wagner seinem großen Idol aber auch bei Stücken die er an der Wiener Hofoper als Direktor dirigieren musste.
00:16:42: aus politischen Gründen und die er im Grunde verachtete hat er trotzdem sich immer vollkommen reingeworfen.
00:16:48: Und die Kunst und die Musik war für ihn wirklich eben diese heilige Kunst, bei der man einfach keinerlei Kompromisse machen durfte.
00:16:58: Das hat ihn bei Orchester sagen wir maximal unbeliebt gemacht aber auch ... Die haben ihn natürlich bewundert das schon.
00:17:07: Also dieses Hochemotionale was man in seiner Musik findet darf man mutwasen dass das auch ein Charakterzug von ihm war.
00:17:16: Ja, wobei es sicher auch so ist dass das eine öffentliche Persona gab die auch sehr hart und sehr sarkastisch sein konnte in der Probe wenn irgendwas nicht funktioniert hat auch unglaublich großzügig und er konnte auch Sänger jahrelang unterstützen und wirklich zu ihrem besten mit langer mit weit sich zu ihren besten Leistungen bringen.
00:17:39: Und dann gab es den Künstler, den komponierenden Künstlermaler äußerst sensibel war, ein Träumer in vieler Hinsicht und einen wahnsinnig feinsinniger Denker- und Empfinder seines eigenen Lebens.
00:17:58: Aber dass er immer auch so im Kontext der Allgemeinheit glaube ich sah also so ein geteiltes Leid irgendwie.
00:18:05: Und im Moment du hast schon gesprochen das Annus Horribilis war er eben, ich würde es nur ganz kurz sagen.
00:18:12: Er war Direktor der Wiener Hofoper.
00:18:14: das heißt die Topposition der Welt hat er ja schon
00:18:18: seit zehn Jahren
00:18:19: oder?
00:18:20: Schon seit zehn jahren.
00:18:21: Ganz genau seit siebenundneunzig und er hatte im Jahr davor seine große achte Symphonie komponiert eine unglaublich positive Kantate kann man fast sagen auf den Schlussszenen von Faust II, wo sich alles letztlich zum Guten wendet und das Weibliche ihn hinanzieht.
00:18:44: Und es war das leichteste Stück für ihn zu schreiben und er war äußerst glücklich.
00:18:49: Aber man muss dazu
00:18:50: sagen die achte Symphonie ist da auch noch nicht uraufgeführt.
00:18:53: Die wird tatsächlich erst nach der Vollendung der neunten Symphonien uraufführt und wird zu seinem größten Triumph
00:18:59: zur Lebzeiten.
00:19:02: Das Ewig Weiblicher hast du angesprochen, da muss man auch auf Malas Frau natürlich eingehen.
00:19:08: Eine der schillerndsten Figuren, weiblichen Figuren jener Zeit Alma.
00:19:14: Ich glaube von allen heiß begehrt als Schönheit berühmt hoch intelligent, komponiert auch selber.
00:19:27: Komplexer Charakter ich glaube... variiert dann immer sehr stark, auf welcher Seite man steht als Biograph.
00:19:35: Ob man sie irgendwie als schwierig bezeichnet oder doch eben für die Zeit sehr emanzipierte selbstständige Frau.
00:19:44: also ich wage mir da keinen Urteil zu.
00:19:48: Also auf jeden Fall eine eine sehr selbstbewusste starke Frau ... neben diesem, glaube ich auch sehr kleinen Maler.
00:19:57: Der nicht besonders groß war.
00:19:58: also auf den Fotos sieht das auch immer sehr ungleich aus die beiden.
00:20:03: Er war wohl so eins zu vierundsechzig oder so und sie hat dann auch immer noch so riesige Hüte und sagen wir wie sagt man da eine stattliche Erscheinung?
00:20:13: Eine stadtliche Erschaltung aber für die Zeit natürlich auch dem Schönheitsideal dieser Zeit entsprechend und zwei Kinder, zwei Töchter.
00:20:22: Und da sind wir dann.
00:20:25: Vielleicht kann man noch hinzufügen.
00:20:27: Die Alma Schindler, wie sie mit Mitjennamen hieß ist zwanzig Jahre jünger also er heiratet mit ich glaube einundvierzig oder ja ein und vierzig diese zwanzigeinundzwanzigjähriger oder zwanziggäriger Und sie ist zwar sehr stark aber sie ist ihm natürlich unterlegen weil weil er viel mehr gelesen hat.
00:20:49: Es geht immer nur um
00:20:50: Intellektuell unterlegen, ja?
00:20:51: Intellektuelle
00:20:52: Sieben unterlegen nicht von der Intelligenz aber einfach von der Bildung ist ja logisch
00:20:57: und Lebenserfahrungen usw.
00:20:58: Und
00:20:58: Lebenserfahrungen natürlich!
00:21:00: Und sie rebelliert dagegen.
00:21:02: also es ist eine komplexe Entscheidung dass er sie heiratet und das geht auch ganz schnell, dass er ihren Antrag macht.
00:21:13: Das hat auch andere Gründe aber das führt jetzt zu weit führen.
00:21:17: Sie kämpfen ein bisschen miteinander oder auch sehr teilweise und daher dann immer wieder in der achten Symphonie, das Weibliche zieht uns hinan.
00:21:28: Das ist tatsächlich auch ihr Gewidmet weil er dann immer gesagt okay es ist zwar schwierig Aber es ist so sehr wert, weil sie tatsächlich die Liebe seines Lebens und er wird ihr unglaublich treu bleiben.
00:21:43: Und Sie sein ganzes Leben lang verehren und ehren und schützen.
00:21:49: Er ist nicht die liebe ihres
00:21:50: Lebens.
00:21:51: Ja, ich meine man kennt sie unter dem Namen auch Alma Maler Werfel.
00:21:55: und dann gab's noch Gropius.
00:21:56: also sie hat... Es gab dann durchaus weitere Nicht nur Männer, sondern auch wirklich sehr illustre Gestalten.
00:22:04: Sehr faszinierende Persönlichkeiten mit denen sie dann zusammen waren.
00:22:08: Klimt war ihnen verliebt und also sie hätte jeden haben können.
00:22:13: Wer nicht hat man das Gefühl wenn ihre Biografie ist?
00:22:16: So jetzt, neunzehn Sieben.
00:22:18: Nicht chronologische Reihenfolge aber vielleicht der größte Schicksalsschlag den man sich vorstellen kann.
00:22:22: die junge Tochter stirbt an Scharlach Dann er verliert seine Stellung an der Hofoper.
00:22:31: Man muss dazu sagen, er ist natürlich Jude und ist stärksten antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt.
00:22:39: Seit Jahren!
00:22:41: Die natürlich dann auch eine Rolle spielen bei seiner Entlassung.
00:22:48: Also er verliert den Job... Du hast es gesagt das wichtigste Opernhaus der Welt.
00:22:54: Zehn Jahre lang war er da.
00:22:56: Sein
00:22:56: Traumjob auch, muss man sagen.
00:22:58: Er
00:22:58: ist
00:22:58: diesem Haus unglaublich verbunden Und er kann es, aber er kann dann letztlich nicht mehr... Also das Orchester ist gegen ihn weil er schwierig ist.
00:23:09: Das Ensemble teilweise auch die Presse wütet gegen ihn und irgendwann verliert er die Unterstützung des Kaisers.
00:23:19: und in dem Moment wo er das merkt reicht er die Dimission ein und die wird dann auch akzeptiert.
00:23:24: Also beruflich Katastrophe, Privatkatastrophe und dann drittens als ob das nicht Genug wäre, kommt die gesundheitliche Katastrophe hinzu.
00:23:35: Bei ihm wird einem Herzklappenfehler festgestellt was sozusagen geht man wahrscheinlich heute medizinisch anders um aber auch so etwas wie ein früher oder später ein Todesurteil für ihn dargestellt hat.
00:23:51: So ganz so war das vielleicht nicht.
00:23:53: Da fangen nämlich schon so die Müten an.
00:23:56: Die
00:23:56: Klischees und Missverständnisse.
00:23:58: Natürlich Mütend sind natürlich muss man sie auch erst mal verdienen.
00:24:02: Aber die kleine Tochter ist also während der Sommerferien am Wörtersee krank geworden und innerhalb von zehn Tagen eben verstorben.
00:24:15: Das brauchen wir jetzt gar nicht weiter zu beschreiben, jeder kann sich vorstellen... Auch jeder, der keine Kinder hat, kann sich vorstellen was das für Eltern bedeutet da auch hilflos irgendwie daneben zu stehen.
00:24:27: die einmal erleidet am Tag nach dem Tod einen Nervenzusammenbruch.
00:24:32: und da kommt der, da rufen sie halt den Arzt dort aus Klagenfurt.
00:24:38: Und der untersucht sich und sagt ja klar Sie brauchen jetzt erstmal eine Kur und ist ja auch selbstverständlich und den Maler dem hört er auch das Herz ab und der sagt ihm na auf des Herz braucht uns nicht stolz sein.
00:24:53: Und er ist dann so schockiert.
00:24:55: Also nach dieser Beerdigung und so weiter sind sie dann zurück in Wien.
00:25:00: Sie verkaufen auch dieses Haus sofort, gehen da nie wieder rein.
00:25:04: Und sie sind dann zurück im Wien und dann lässt er sich untersuchen von einem Spezialisten und der attestiert ihm tatsächlich diesen Herzklappenfehler den er aber höchstwahrscheinlich schon seit der Kindheit hat Der einfach heißt, wenn man das hat kann es zu einer Endiokaditis kommen.
00:25:19: Also leichter als bei anderen Patienten kann es eine Herzwand Entzündung kommen weil durch diesen Herzklappenfehler an der Stelle sowieso immer eine leichte Entzindung ist.
00:25:29: und Endiokaeditis war damals ein Todesurteil Und man hat auch heute noch mit dieser Diagnose zwanzig Prozent mehr Chance das zu kriegen.
00:25:38: Deshalb hat der Arzt ihm gesagt sie müssen einfach bisschen aufpassen dass sie sich nicht zu sehr verausgaben und so weiter.
00:25:44: Und er hat aber, weil das auch unter dem Eindruck von dem Tod der Tochter so passiert ist, hatte er das tatsächlich irgendwie als schlimmes Urteil irgendwie verstanden?
00:25:51: Aber hauptsächlich wohl darum, weil er eben großer Spaziergänger, Radfahrer Bergsteiger war... Ja!
00:25:57: ...und da schwimmer jeden Morgen im Sommer erst mal eine Stunde geschwommen und so.
00:26:02: Da hatte ihm der Arzt gesagt, das würde ich Ihnen jetzt erstmal raten gar nichts machen.
00:26:06: Und da ist ihm einfach natürlich irgendwie alles zusammengebrochen Und ich würde jetzt mal, nach diesem einfach ein bisschen weiterspringen.
00:26:16: Nach der Wiener Zeit hat er dann einen Vertrag angenommen an der Met in New York für eine dreiviermonatige Saison dort...
00:26:24: Die natürlich nicht die Met ist, die wir heute kennen, sondern den ganz
00:26:28: anderen
00:26:28: Oppenhaus
00:26:29: waren.
00:26:29: ...die alte Met aber trotzdem relativ hohes Niveau vereinigen.
00:26:33: Ich glaube, er verdient in diesen drei Monaten mehr als doppelt so viel wie in dem ganzen Jahr im Wien, das heißt es ist eigentlich toll.
00:26:40: Er hat dann viel mehr Zeit zu komponieren und sie machen diese erste Saison dort.
00:26:45: Sie sind natürlich in Trance die zwei nach dem Tod der Tochter Und sie fahren nicht zurück an den Wörtersee im nächsten Sommer.
00:26:53: er maler kompontiert ja immer im Sommer Das heißt der Sommer ist heilig sondern sie fahren dann nach Toblach.
00:26:59: das kennen sie schon von anderen Ferien und da haben sie ein schönes Haus gefunden, da hat er wieder einen Komponierhäuschen im Wald.
00:27:05: Das ist immer viel ganz wichtig!
00:27:07: Und der schreibt ja das Lied von der Erde in diesem ersten Sommer nach dem Tod der Tochter und ich ... dann könnten wir auch mal eine Folge darüber machen.
00:27:15: Es ist auch ein wahnsinnig tolles Stück.
00:27:18: Ja...
00:27:19: Es geht im Grunde natürlich es ist ne Verarbeitung des Todes.
00:27:23: Also
00:27:23: ich glaube das bekannte Stück ist eigentlich das letzte der Abschied?
00:27:27: Abschied genau.
00:27:31: Es geht darum, was passiert mit uns nach dem Tod?
00:27:35: Wir haben Leben und Tod miteinander zusammen.
00:27:38: Wiederum hat er das Gefühl, schreibt er auch an seinen Lieblings... Schüler und Assistenten Bruno Walter, der ja dann später auch ein großer Dirigent wurde.
00:27:48: Schreibt er ihm, wissen Sie ich muss alle meine Gewissheiten... meint er jetzt so vom Lebensverständnis?
00:27:54: Ich muss das alles auf den Kopf stellen.
00:27:55: Das stimmt alles nicht mehr!
00:27:57: Und ich muss alles neu denken.
00:27:59: und das sind die ersten Schritte.
00:28:00: und da wendet er sich an Chinesische Texte, an buddhistische Gedanken.
00:28:08: Auch viel Schopenhauer drin aber Genau, und dann haben sie eine zweite Saison in New York.
00:28:16: Da ist ja immer noch auch an der Met, aber da gibt es schon Schwierigkeiten weil da meldet sich ein neuer junger Dirigent auf dem Plan Arturo Toscanini, der ihn ausstechen will was ihm letztlich auch gelingt, weil vielleicht auch Mahler nicht mehr die Kraft Also in diesem Moment seines Lebens nicht die Kraft und den Ehrgeiz hat.
00:28:35: Man hat das Gefühl, es ist ihm fast wurscht, dann sollte er halt das
00:28:38: machen.".
00:28:39: Und es wird aber für ihn ein Orchester gegründet – nämlich das New York Philharmonic – wird für ihn in dieser zweiten Saison gegrüntet.
00:28:46: Er kann sich erstmals ganz drauf konzentrieren, Orchesterkonzerte zu dirigieren und ein Orkester so zu formen wie er das will.
00:28:54: Also er entscheidet wer da mitspielt, er dirigiert alle Konzerte Und er macht das.
00:29:01: Das ist eine Aufgabe, die ihm eigentlich auch sehr Spaß macht muss man sagen.
00:29:05: und dann gibt es einen zweiten Toblacher-Sommer... ...und da entsteht diese neunte Symphonie jetzt!
00:29:12: Jetzt haben wir's geschafft in einer halben Stunde!
00:29:15: Ja aber ich glaube mal muss das wirklich alles vorher auch so ein bisschen mehr Hinterkopf haben.
00:29:21: oder sagen wir mal Es kann nicht schaden bevor man die Symphonien hört ihr auch nähert, weil sie doch stichwort auch Länge.
00:29:34: Achtzig, neunzig Minuten einfach eine Herausforderung darstellt.
00:29:36: oder wenn wir in Toblachs sind es vor uns steht ein Gebirge und man muss sich irgendwie den Weg auf den Gipfel und zurück suchen.
00:29:46: so kam mir das immer bei den Symphonien von Maler vor und gerade bei der neunten obwohl sie ja eigentlich auf den ersten Blick Auch im Vergleich zu den anderen Symphonien von Maler, der ja auch oft irgendwie dann mal mehr als die gängigen vier Sätze hat und auch in anderer Bezeichnung eigentlich auf den ersten Blick relativ konventionell wirkt.
00:30:10: Weil sie vier Sätzen hat da ist man schonmal erleichtert okay überschaubar.
00:30:14: aber und der erste Satz was man eigentlich erwartet ja und der letzte Satz das Adato so der langsame Ausklang Und da beginnt es eigentlich dann schon überraschend zu werden, ja?
00:30:30: Also langsamer Ausklang.
00:30:32: Jetzt wo ich sage, eigentlich seit Beethoven oder auch bei den anderen Symphonien von Mahler erwartet man ein triumphales Ende.
00:30:38: Es
00:30:38: gibt letztens als der dritten, da ist ein großer langsames Satz am Schluss aber...
00:30:42: Aber sonst also auch als Zuhörer erwartet mal natürlich Ja.
00:30:47: und dann haben wir zwei schnelle kürzerre Stücke also die die X-Sätze sind sehr lang, jeweils so zwanzig Minuten.
00:30:54: Also siebenundzwanzig?
00:30:57: Fast eine halbe
00:30:58: Stunde beide.
00:30:59: Ja aber wie in der ganzen Symphonie von Beethoven
00:31:02: oder Mozart
00:31:05: und dazwischen haben wir zwei schnelle Sätze was auch eigentlich dramaturgisch sehr gewagt ist zweimal hintereinander so schnelle Setze zu haben.
00:31:13: man muss tatsächlich glaube ich sehr lange suchen bis Ein ähnliches Modell in der Musikgeschichte finde, also das einzige was mir untergekommen ist.
00:31:23: von einem Komponisten, den Maler, glaube ich, gehasst hat.
00:31:25: Tchaikovsky, Patatick, sechste Symphonie.
00:31:28: Das ist ein sehr ähnliches Modell...
00:31:30: Also er hatte ihn nicht gehaszt.
00:31:34: Er kannte ihn auch tatsächlich und er hat sich für Erd-Uniägen dirigiert in Hamburg.
00:31:40: Und die letzte Oper, die er überhaupt dirigiert hat in New York war eine neue Inszenierung von Pik Damm.
00:31:46: Und das macht er alles auch sehr.
00:31:48: Die sechse Symphonien Die hat er total abgelehnt.
00:31:54: Und lustigerweise ist sie jetzt äußerlich betrachtet das selbe Modell, also dramaturgisch durchlaufen wir eigentlich ähnliche emotionale Phasen wie in der neunten Symphonie von Mahler.
00:32:06: Das ist was komplett anderes.
00:32:08: aber es gibt eine gewisse Ähnlichkeit zum Mal eben dieses Modell sehr ungewöhnliches in der Musikgeschichte.
00:32:16: Ist es okay wenn wir mal uns von Satz zu Satz Vorarbeiten?
00:32:21: absolut
00:32:22: ich glaube man kann weil diese Symphonien irgendwie auch so du hast gesagt wie eine Landschaft oder auch wie ein roman.
00:32:30: es gibt so viele Stellen an dem man sich so entlang hangeln kann.
00:32:36: Und ich bin es noch nicht so ganz entschieden, wann ich meinen kleinen Schopenhauer einen Schub bringen.
00:32:41: Aber vielleicht fangen wir mal anders ein bisschen zu beschreiben...
00:32:45: Lass uns erstmal den Einstieg suchen!
00:32:48: Das ist ja bei der Wanderung auch immer das Entscheidende, dass man den richtigen Weg einschlägt und dann geht schon nach oben die Furt irgendwo im Wald.
00:32:58: Das Stück
00:32:59: beginnt mit mit einzelnen Elementen einen so ein Herzschlagartiger Rhythmus in den Jelly.
00:33:07: Dann kommt ein Horn dazu, zwei Harfentöne aus der Ferne, so disparate Elemente die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, die sich aber ganz bald zu einer wunderschönen D-Durwelt zusammenführen, von fast unerträglicher Schönheit ist.
00:33:35: Es ist eine heile Welt und man hat gleich das Gefühl, dass es eine Erinnerung oder ein Zufluchtsort, einen Sehnsurfsort irgendwie sowas.
00:33:48: Und also diese wunderschöne... wunderschöne, säufzende, absteigende Thema erst in den zweiten Geigen dann und wenn die ersten Geigen kommen wird die Harmonie reicher.
00:34:00: Und umarmt einen geradezu.
00:34:03: Man fühlt sich...
00:34:04: Ich hab's grade im Ohr ist
00:34:06: es.
00:34:06: ...hinreistet!
00:34:07: Man fühlts sich aufgehoben und angenommen.
00:34:10: Dann brechen in diese D-Durwelt Probleme herein.
00:34:18: Man hat das Gefühl das wirkliche Leben.
00:34:21: Das Leben bricht darüber herein, es kommt sofort irgendwie zu kampfartigen Szenen.
00:34:28: also man hört auch so Trompetenfahren die Musik ist ganz aufgewühlt sehr kontrapunktisch plötzlich und er scheint auch irgendwie so ein Sieg zu erreichen.
00:34:40: aber es bricht dann so komisch ab dass man merkt es ist ein Pyros-Sieg diese Schönheit von vorher wieder herzustellen, das Wiederzufinden ist aber schwierig.
00:34:53: Viel schwieriger als am Anfang.
00:34:55: also er sucht viel länger bis... Aber dann wenn er das dann wieder findet ist es natürlich noch viel emotionaler.
00:35:02: Der Satz funktioniert so wie in Episoden.
00:35:04: Es kommt immer wieder zu solchen Einbrüchen oder Zusammenbrüche aus denen er immer wieder versucht zurückzukommen und jedes Mal sind die Zusammenbrücke schlimmer und jedes mal ist der Weg zurück länger und viel, viel schwieriger.
00:35:22: Und das fand ich das Faszinierende wenn man das einmal kapiert hat.
00:35:26: also es ist ja wie du gesagt hast eine Variation oder eine Reihung aber eigentlich basiert es immer auf demselben und du hast immer diesen Grundrhythmus Seufzermotiv und eigentlich ist das viel mehr
00:35:48: für den Vorhalt.
00:35:49: Vielmehr
00:35:49: braucht er gar nicht, ja?
00:35:51: Vielmeher braucht der gar nicht.
00:35:52: Und darauf baut er alles auf wie so eine Urzelle... ...und das ist das Faszinierende!
00:35:59: Wenn man das das erste Mal hört, zwanzig dreißig Minuten also ich war komplett überfordert,... ...und dann hört man es wieder und wieder und dann kommt man plötzlich drauf als es ist eigentlich aus total einfachen einleuchtenden Elementen zusammengebaut ist.
00:36:12: funktioniert nach eigentlich sehr einfach, nach dem Prinzip dieser Suche.
00:36:16: Nach Schönheit nenne ich es jetzt mal sehr oberflächlich und dem Einbruch der Katastrophe.
00:36:21: Genau!
00:36:21: Es ist immer so A-B, AB, AB... Ich glaube was irreführend sein kann.
00:36:27: als geübter Hörer erwartet man in so einem ersten Satz die sonaten Hauptsatzform das heißt Exposition.
00:36:33: da werden zwei Themen vorgestellt Durchführung dann werden sie irgendwie miteinander verarbeitet bisschen kompliziert oder mehr oder weniger Und dann die Reprise, wo die Themen vom Anfang wieder kommen.
00:36:44: Aber nach der Erfahrung quasi... ...der Durchführung und damit kriegen sie natürlich ein anderes Gefühl, eine andere Bedeutung.
00:36:53: Er gibt an ganz oft dieses Reprise-Gefühl eben weil er immer zu diesem Anfang zurück will und das da auch immer findet.
00:37:00: aber es ist keine klassische Sonaten-Hauptsatzformen mehr und die erste Prise passiert schon ganz bald.
00:37:07: Und dann gibt es wieder ein Problem, dann kommt die nächste Prise in Wiederprobleme, die nächstere Prise.
00:37:13: Wenn man versucht das normale Modell wiederzuerkennen ist man schon verloren.
00:37:17: Während wenn man sich einfach entspannt und dieses AB-Modell verfolgt, so ein episodisches AB-modell kann man sich viel besser da durchhangeln.
00:37:29: Das stimmt absolut!
00:37:31: Am Schluss bei der letzten Katastrophe kommt es dann zu einem Trauermarsch.
00:37:36: Er schreibt auch rein wie ein Kondukt, das Motiv was du gesungen hast, was man am Anfang in der Harfe hört.
00:37:43: Wir hatten ja schon gehört als tiefe Glocken irgendwie Totenglocken.
00:37:47: jetzt gibt's einen Kondekt.
00:37:48: also hier wird etwas zur Grabe getragen und er schreibt Liebe, verflogene irgendwie.
00:37:59: sowas schreibt er.
00:38:00: Also schreibt der in seine private Partitur natürlich nicht ins Gedruckte, ins Manuskript schreibt das und dann plötzlich beim letzten Mal findet er nicht zurück an diese Erinnerungsschönheit sondern ist wie so ein Sprung.
00:38:13: ganz eigenartig springt er in eine Episode die nur einmal vorkommt.
00:38:19: man hat gleich das Gefühl es ist Natur Es ist eine Flöte, die so präludiert und mit einem Horn.
00:38:25: Ja, das
00:38:26: ist eigentlich fast meine Lieblingsstelle in dem ersten Satz weil sie so...
00:38:31: Die
00:38:32: ist ja auch verrückt!
00:38:33: Eine verrückte Kombination von Flüten
00:38:35: und Horns.
00:38:35: Genau also zwei Stücke ihrer Klang.
00:38:37: Also bei Horm denkt man natürlich gerne auch an Natur und Flöhte auch, weil Vogel usw.
00:38:43: Und es ist schön aber nicht In dem Sinne befriedigend.
00:38:49: Die spielen so irgendwie kumscheinander vorbei, unglaublicher Kontrapunkt aber eben nur zwei Stimmen.
00:38:53: das heißt man kann ganz gut folgen Aber man denkt immer so hören die sich überhaupt auch übrigens auf vielen Aufnahmen ist es auch nicht richtig zusammen finde ich auch gar nicht so schlimm weil das passiert so parallel.
00:39:04: und mir kommt immer vor hier flieht jemand in die Natur also kannst nie mehr tragen rennt in den Wald Und da ist diese Schönheit der Natur, die aber ja irgendwie auch eine gewisse Kälte haben kann.
00:39:17: Kälter ist vielleicht schlechte Wort... Aber was weiß ich meine?
00:39:22: Die Natur ist einfach da!
00:39:23: Die hat jetzt keinen Mitleid mit dir oder so.
00:39:25: Die ist nicht für dich da.
00:39:27: Es hat keine...
00:39:27: es hat nicht dieses umarmende
00:39:30: Wärme.
00:39:31: und dann aus diesem ganz unerwartet kommt dann nochmal Diese, die Schönheit vom Anfang aber in ganz reduzierter Form.
00:39:40: Zwei Hörnern in der Ferne hat gleich so Alpenpanorama, aber das Klischee ja trotzdem toll.
00:39:46: und Geigen-Solo Und diese Coda von unendlicher wirklich unendlicher Schönheit also fast unerträglicher Schönheiten.
00:39:54: und dann plötzlich endet es Ganze auf so einem Flagellettton.
00:39:57: Also ein kalter Ton ohne Vibrato Ganz hoch.
00:40:01: man merkt okay ist noch nicht der Schluss Das geht hier noch weiter.
00:40:04: quasi alle Fragen sind offen.
00:40:09: Und dann kommt ein zweiter Satz, einen Skerzo-Ländler.
00:40:14: Ganz viele Verschiedene ... Also Skerzo immer Tanzsatz in drei ganz viele verschiedene Arten von Ländlern also langsam ersterbend, also so'n verlangsamter Ländler Derp schneller Walzer durchaus auch Rauschhaft teilweise Ein ganz eigenartiger Satz.
00:40:40: Viele Leute empfinden das als sarkastisch, weiß ich gar nicht... Ich weiss schon was die meinen.
00:40:45: Wobei man diese Art von Ländler setzen kennt man natürlich auch aus den anderen Symphonien von Mahler.
00:40:51: Das ist krasser hier!
00:40:52: Du findest es krasser?
00:40:53: Ja, das finde ich
00:40:54: krass.
00:40:55: Es sind natürlich auch eine Meisterschaft also instrumentatorische Meisterschaff auch kontrapunktisch unglaublich toll gemacht.
00:41:05: Ja, da ist halt auch die Frage was will jemand sagen mit so einem ländler Satz.
00:41:09: Was will
00:41:11: er damit sagen?
00:41:12: Natürlich es ist ein österreichisches Idiom, das Idiom seiner Kindheit.
00:41:18: ganz sicher.
00:41:18: also es hat sicher eine Erdverbundenheit Es ist an anderen Stellen bei... Also du merkst schon das ist der Satz, wo ich am meisten noch Ringe um.
00:41:34: Vielleicht ist die Frage, die man sich stellt.
00:41:37: Ist das Ganze ironisch oder sagastisch genannt gemeint?
00:41:44: So als Ausstellen von irgendwas derben wie auf einem Gemälde wo man so gewisse Charakteristika im Gesicht oder Physionomien besonders herausstellt?
00:41:55: karikiert ja Oder ist es tatsächlich ernstgemein Das Wesen des Tanzes erkundet.
00:42:07: Wie siehst du das?
00:42:09: Ist das eine Art Karikatur?
00:42:11: Ich glaube, das habe ich schon öfter gelesen, dass das so interpretiert wird.
00:42:18: Ich hab jetzt auch so viele Briefe über den von dem gelesenen Formaler und über ihn... Und ich habe irgendwie ein ganz gutes Bild von dieser Persönlichkeit.
00:42:27: Es gibt da nämlich auch ganz viele Zeugnisse über ihn.
00:42:29: Gerade bei der Kunst, die er selber schuf, spielt Sarkasmus glaube ich überhaupt keine Rolle.
00:42:35: Dazu war er viel zu sehr Idealist und auch von der Heiligkeit dieser Kunst überzeugt.
00:42:43: Also dass der sich hinsetzt... Aber
00:42:45: um was geht das dann?
00:42:46: Ich glaube es ist vielleicht ein guter Moment für den gefürchteten Schopenhauer ab.
00:42:49: Schopen!
00:42:50: Der Artur okay.
00:42:52: Los
00:42:52: geht's.
00:42:54: Ein Schub.
00:42:56: Arthur Schopenhauer hat ein wichtiges Werk geschrieben, die Welt als Wille und Vorstellung.
00:43:01: Ein Werk das Richard Wagner bis ins Innerste erschüttert hat und dass dementsprechend Gustav Mahler schon in früher Jugend gelesen hat weil er alles von Wagner wissen wollte und das auch ihn sein ganzes Leben begleitet hatte.
00:43:17: Er hatte immer seinen Schopenhauer dabei, er hat regelmäßig da drin gelesen.
00:43:25: Also ich habe auch mal so als Jugendlicher eben auch wegen Wagner versucht, da reinzulesen.
00:43:29: Keine Chance also... Ich hab davon nichts verstanden und ich habe immer um Philosophie so einen Bogen gemacht weil mir dieser ganze Jagong einfach zu kompliziert ist.
00:43:38: Und jetzt letztes Jahr habe ich seit jetzt reißig mich zusammen.
00:43:42: Ich habe mir eine Interpretation geholt und ich hab das tatsächlich durchgelesen und ich möchte hier sofort diese Lanze brechen euch allen das heiß empfehlen.
00:43:51: es lohnt sich wahnsinnig nämlich zum Verständnis von Mahler und Wagner ganz vielen anderen auch, aber es lohnt sich wirklich für mich selber.
00:44:00: Für
00:44:00: einen selbst?
00:44:02: Sein Weltbild basiert auf zwei Prinzipien.
00:44:05: Erstens alles was wir sehen sehen wir durch unsere Augen.
00:44:11: Unsere Augen nehmen Licht wahr.
00:44:14: unser Gehirn formt diese Sinnesdata zu Bildern um.
00:44:20: das heißt was wir sehen wir durch unsere Vorstellung und nur wir nehmen die Welt so wahr, wie sie wahrnehmen.
00:44:28: Und deshalb nehmen wir uns auch als Zentrum dieser Welten wahr.
00:44:34: Gleichzeitig gibt es dieses andere Prinzip der Wille.
00:44:39: Der Wille ist eine Naturgewalt also man sieht sie auf allen Stufen der Schöpfung, der Natur sagen wir Magnetismus, also Erdanziehungskraft oder chemische Prozesse.
00:44:55: Oder die Festigkeit von Stoffen
00:44:58: usw.,
00:44:59: das ist alles schon Wille aber natürlich dann auch in den Lebewesen.
00:45:04: der Wille zum Leben zur Fortpflanzung und natürlich im Menschen der komplizierteste Ausdruck dieses Willens geht es dann ganz viel weiter.
00:45:15: die Sachen, die wir tatsächlich wollen.
00:45:17: Die wir erreichen wollen.
00:45:19: Wen wir lieben, wen wir alles was wir im Leben erleben ist quasi von diesem Willen diktiert.
00:45:25: also Wir werden hin und her geworfen zwischen Wollen.
00:45:29: dieses Wollen bedeutet Schmerz.
00:45:31: wenn wir aber alle unsere wünsche immer erfüllen dann sind wir gelangweilt Und auch das bedeutet schmerz.
00:45:39: Das heißt Wir sind verdammt zu diesem Dasein zwischen Begierde und Erfüllung.
00:45:48: Und damit hat auch zu tun, dass wir uns nicht im Moment wahrnehmen können sondern das wir quasi die Vergangenheit bereuen und uns Sorgen um die Zukunft machen weil wir die ganze Zeit voraus zurück denken, weil dieser Wille in uns so kämpft.
00:46:05: Jetzt muss man – das ist jetzt noch ein bisschen kompliziert zu verstehen – Schopenhauer sagt halt der Wille is nicht was, was jeder für sich hat, weil es ja in der ganzen Welt iß und bis in die Naturgesetze hinein….
00:46:16: Es gibt nur diesen einen Willen quasi das… Was Kant das Ding an sich nennt?
00:46:21: Und diese eine Wille beherrscht uns alle!
00:46:28: Zentrum der Welt wahrnehmen, in Wirklichkeit aber gemeinsam Teil dieses allgemeinen Willens sind.
00:46:35: Und wenn man könnte auch sagen gibt dich einfach den Willen hin dann wirst du glücklich.
00:46:39: Es funktioniert aber auch nicht weil wir alle Teil desselben Willen sind.
00:46:43: und wenn sich einer dem Willen hingebt heißt das er anderen Nachteile bringt, anderen Schmerzen zufügt, weil der aber Teil des selben Willens ist tut fügt man sich wieder selber Schmerz dazu.
00:46:54: Das heisst kann alles nicht funktionieren und letztlich sagt er, wir haben nur ganz wenige Momente wo wir das vergessen können.
00:47:02: Dieses unser Leid, unser Lebensleid – das ist in der Kunst weil wir uns eben ganz auf eine Sache konzentrieren und vor allen Dingen in der Musik, weil die Musik ganz wille ist, weil sie abstrakt ist und wir da quasi konstruktiv uns dem Willen hingeben können und wir dann ganz glücklich sind.
00:47:23: und die andere Möglichkeit ist, dass man den Willen negiert.
00:47:29: Das kann aber nur gelingen durch Aschkäse, durch totale Aufgabe des Willens bis hin zur Aufgabe des Lebenswillens.
00:47:36: Also dezidiert nicht Selbstmord weil das ja auch wieder ein Wollen, das man sterben will oder das man den Zustand beenden will, weil er nicht erträglich ist sondern wirklich, loszulassen.
00:47:49: und klar,
00:47:51: da merkt man dass er stark buddhistisch beeinflusst
00:47:54: war.
00:47:55: Und diese Gedankenwelt die treibt den Maler immer wieder sehr stark um und natürlich auch in Momenten der Krise.
00:48:08: und mein Zugang jetzt zu dieser neunten Symphonie ist was ich am Anfang beschrieben habe zum Beispiel dieser Herzschlag.
00:48:19: Also da wurde oft auch gesagt, ja da wusste er eben das ist die Herzdiagnose und die Sorge dass irgendwie das Herz nicht halten wird.
00:48:30: Ich glaube das ist tatsächlich dieser der Wille so dieses Urgrund sein des Menschen.
00:48:36: Und dann hat er zwei sehr wertvolle Hinweise zu der neunten Symphonie gegeben.
00:48:42: Er hat zu Bruno Walter gesagt, er hat ihm geschrieben Soeben lege ich letzte Hand an meine neunte Symphonie, sie ist eine recht günstige Bereicherung meiner kleinen Familie.
00:48:54: Der Meister des Anders-Daten?
00:48:55: Genau!
00:48:56: Sie ist sehr ähnlich wie meine vierte nur natürlich ganz anders.
00:48:59: und bei der vierten hat er gesagt, der erste Satz ist die ewige Jetztzeit und das is so ein Schopenhauer Begriff.
00:49:06: Das heißt dass man wirklich schafft wirklich nur den Moment zu beachten und die Gegenstände vor sich ganz wahrzunehmen und quasi im Willen zu leben.
00:49:18: Also nicht dieses ständige Kontrast zum Willen, sondern ganz im Wille sein.
00:49:22: Das hat er versucht im ersten Satz der vierten irgendwie zu komponieren.
00:49:26: Über den ersten Satze der neunten hat er gesagt die schreckliche Jetztzeit.
00:49:31: Und das ist dann typisch maler dass er so einen Schuppenhauschen Gedanken nimmt und denen aber auf sich selber anwendet und auf seinen momentanen Lebenszustand und nämlich beschreibt die Sehnsucht nach dem, was war.
00:49:44: Vielleicht die Kindheit oder ein Moment vor der Tragödie vielleicht und gleichzeitig aber auch die Brutalität seines Gefühls, seines Alltags oder die Brutralität des Lebens überhaupt also diese heile Welt der Kindheit aus der man dann hinausgeschleudert wird ins Leben und die Kämpfe des Lebens immer wieder versucht in diesen Kindheitsmoment zurückzukommen, weil man das ja... ist ja auch psychologisch.
00:50:11: Weißen wir ja auch seit Freude.
00:50:13: die Kindheit quasi informiert das ganze Leben und bleibt ein Rückzugsort der immer schwerer zu finden ist und wo er dann letztlich irgendwie aufgibt also wo er diese Jugend wie er es dann schreibt Die Liebe und die Jugend zugrabe trägt Weil die Psyche einfach nicht mehr sich nicht mehr regenerieren kann und vielleicht nur noch in der Natur kann er dann plötzlich zu so einem Moment der Ruhe und des Glücks finden, aber im Leben nicht mehr.
00:50:43: Und in dieser Interpretation wäre dann der zweite Satz könnte sein, dass man sagt Tanz ist immer auch ein Versuch zum Glück oder einen Versuch mit sich selber im Einklang zu sein – das wäre dann eher so Nietzsche!
00:51:00: Und was hier nicht so richtig gelingt, teilweise aber es gelingt oft nicht.
00:51:04: Weil die Tänze immer wieder abbrechen und absterben.
00:51:08: Gleichzeitig sind das auch ganz viele verschiedene Tänzer.
00:51:11: Man könnte auch sagen wir alle... Wir alle kämpfen!
00:51:14: Wir alle ringen damit weil wir ja auch alle Teil des selben Willens sind.
00:51:18: Weiß ich nicht ob das so ganz glücklich ist als Interpretation?
00:51:21: Das im Moment bin ich an dem Punkt.
00:51:24: natürlich ist es auch weil österreichisch.
00:51:29: Er wohnt dann halt das halbe Jahr in New York, aber Österreich bleibt das große Ding und es sind seine... Der nächste Satz ist nämlich ein ganz wilder Satz in zwei.
00:51:37: Also nicht in drei keinen Tanzsatz richtig sondern so ein wildes Voranstürmen ziemlich so gradlinig und man könnte fast sagen irgendwie New York und Wien.
00:51:47: also so seine beiden Lebensrealitäten die da auch im Clash sind Die aber beide natürlich dafür stehen für das normale Leben das mondäne leben wo man als mensch nicht als künstler oder als empfinder ist sondern als funktionierender mensch.
00:52:04: und der eben, der dritte satz is wirklich in dieser lesart reiner wille also wirklich der wille der dich voran treibt und der dich einfach auch nicht loslässt.
00:52:19: Und quasi egal wo du bist, egal wo Du herkommst gefangen.
00:52:28: und das Scherzo in der vierten Symphonie, auf die er sicher bezieht.
00:52:34: beschreibt den Tod, der den Helden quasi mit seinem Geigen-Spiel auffordert ihm zu folgen.
00:52:43: Und das könnte natürlich auch in der neunten sein.
00:52:45: ein Bewusstsein dass der Tod immer da ist es gibt ja auch so Geigen und Bratschen Soli ist auch eine interessante Vermarkaberisierung dieser Idee.
00:52:53: und dann im dritten Satz diesen wilden Willenssatz ist ein wunderschöner Insel der Ruhe So eine Vision, eine Hoffnung auf endlich Erlösung von diesem menschlichen Dasein.
00:53:08: Das sind diese zwei Mittelsätze für
00:53:11: mich.".
00:53:12: Wenn man sagt wie ist der Zugang zu dieser Symphonie?
00:53:15: Einerseits drängt sich natürlich so das biografische Auf.
00:53:19: Das hatten wir besprochen wobei es eben nicht ganz schlüssig ist weil wir auch im Nachhinein natürlich ein Wissen haben, dass Maler nicht haben konnte.
00:53:29: Dass er kurz darauf gestorben ist, nehmen wir das so als das große Vermechnis oder die Abschiedssymphonie war was einfach nicht stimmt wie du gesagt
00:53:39: hast.
00:53:39: Das war bei der Urführung dachten die natürlich alle, das ist sein letztes Stück und das ist der Abschied aber es ging gut.
00:53:48: Man kann das natürlich so im Sinne, dass das komplizierte Einfach wird... Ist es glaube ich durchaus legitim zu sagen, man nimmt da so gewisse biografische Elemente wahr oder erkennt sie wieder?
00:54:00: Oder meint sie zu erkennen wie du gesagt hast New York und Wien.
00:54:03: Ich finde das schon sehr schlüssig muss ich sagen.
00:54:06: wenn man die beiden Sätze zwei und drei nebeneinander hört dann gibt es den philosophischen Zugang der natürlich schon anspruchsvoll ist aber ein legitimer Zugang.
00:54:20: Aber ich finde was letztlich für die Musik so wahnsinnig spricht und was ... warum sie so einnehmend auch ist.
00:54:29: Es funktioniert einfach nur als absolute Musik.
00:54:32: Natürlich,
00:54:33: das muss ja auch so sein.
00:54:35: Sonst könnte das... Die Gefahr
00:54:36: ist bei dem zweiten und dritten Satz, dass die sich kanibalisieren kann, hab ich immer das Gefühl.
00:54:42: Also der zweite Satz ist schon so, dass du dann quasi durchgetanzt bist und total erschöpft.
00:54:49: Dann kommt noch eins drauf.
00:54:52: Es ist auch glaube ich das weiß du viel besser als ich, als Dirigent schwierig da.
00:54:59: Noch mal Gas zu geben und der absolut draufzusetzen.
00:55:02: dieser dritte Satz kann sich so ein bisschen totlaufen?
00:55:05: Ja weil es auch sowas mechanisches
00:55:07: irgendwie
00:55:07: hat ja es wieder und wieder und ... Ich weiß nicht kompositorisch könnte man da vielleicht auch... Irgendwas blasphemisch kritisieren, ich
00:55:19: bin mir nicht so
00:55:19: ganz sicher.
00:55:20: Er wählt auch diese Rondo-Form aufinteressant.
00:55:22: als dritter Satz gibt es das nie.
00:55:25: Rondo heißt ist wird werden dieselben Themen immer wieder wiederholt.
00:55:29: also deshalb denke ich dieser... Also die Unerträglichkeit nämlich des Wehens.
00:55:34: Das passt auch ein bisschen zu dem Gefühl was man manchmal bei diesem Satz auch bekommt.
00:55:39: Man muss auch sagen er hat immer weniger Preis gegeben an Inhalten Und es ist ja absolute Musik, die so gedacht ist.
00:55:48: Dass man sie hört... Also er geht davon aus dass das Gefühl so stark ist,... ...dass sich das jedem mitteilt und das findet absolut statt bei diesem Stück.
00:55:57: Lass uns ganz kurz noch den letzten Satz beschreiben.
00:56:00: Ganz kurz du bist gut!
00:56:03: Ich würde sagen der schönste Satz, den Maler geschrieben hat aber er ist auch subjektiv.
00:56:09: Es ist der schöneste Satz weil eben drei Sätze davor kommen.
00:56:12: also so isoliert zu hören, finde ich es schwierig.
00:56:15: Aber durch die Dramaturgie ist es überwältigend schön aber eben so sanftüberwältigen weil's ja so ein Ausklang ist und auch wieder eigentlich total einleuchtend einfach Komponiert.
00:56:32: also da gibt es ja ist es sind einfach so Wellen, wenn man sich das bildlich vorstellt.
00:56:37: Es ist wie so ein abäben.
00:56:39: ich meine wenn man in der gegenwärts klassischen Gegenwart Musik danach sucht dass man findet dann Echoes bei so.
00:56:47: Komponisten wie Avo Perth würde ich sagen ist es so eine?
00:56:50: EIN Ja ich weiß er hat nicht den das Niveau aber es ist es hat sowas.
00:56:58: Ich glaube, es hat sofort irgendwas Spirituelles im Sinne von dass das Materielle sofort überhöht oder man spürt sofort diese Ergriffenheit.
00:57:11: Oder
00:57:12: das Existenzielle wie du es genannt hast aber es ist es hat auch sowas vegetatives Es ist ein Atmen eine Welle Und das macht es so überzeugend auch als Kunstwerk.
00:57:32: Es ist wahnsinnig einfach, aber doch tief.
00:57:35: Wahnsinnig
00:57:36: tief!
00:57:36: Der Meister natürlich auch der Proportion, sodass man immer das Gefühl hat, dass es wohlgestaltet irgendwie... Er fängt diesen Satz an und jetzt muss uns kurz beschreiben mit die Geigen spielen, so ein riesiges Intervall.
00:57:47: So einen Riesensprung?
00:57:50: Wenn man das jetzt so interpretiert.
00:57:52: von der Partitur her würde man sagen Okay, hier geht es irgendwie nach oben.
00:57:57: Gen Himmel oder so?
00:57:59: Witziger Weiß oder sicher ganz sicher nicht zufällig fängt der letzte Satz der neunten Bruckner also der Letzte verendete.
00:58:07: Der letzte vollendete Satz
00:58:09: ist fast
00:58:10: eins zu eins.
00:58:11: Fängt
00:58:11: genau mit diesem anderes Intervall aber genau mit dieser Geste an und dann folgt bei Bruckna ein Choral der sich dann in eine Apotheose der Gläubigkeit steigert, kann man sagen und in vollkommen einen Einklang mit Gott.
00:58:28: Also das muss eine bewusste Anspielung eigentlich sein?
00:58:31: Das kann
00:58:31: nicht anders sein.
00:58:32: also ich weiß wir wissen auch dass Mahler diese Partitur kannte der neunten Symphonie.
00:58:38: bei Mahler kommt dann auch sofort ein Choral aber er bricht nach wenigen Takten ab.
00:58:46: Das finde ich hier, das find' ich dann so großartig.
00:58:49: Also er bleibt also... Er macht diesen Mein-Lebenszustand, da ist Schopenhauer Problematik und dann wendet er sich quasi von Schopenhauer ab und sagt Gott vielleicht bei Gott?
00:59:01: Und der Satz hat einen Vorläufer im seinem Werk nämlich der letzte Satz
00:59:06: III.,
00:59:07: der die Liebe Gottes beschreibt und der auch unglaublich triumphal endet, als quasi Krönung der Schöpfung.
00:59:16: Und er bezieht sich auf diesen Satz aber Gott lässt sich für ihn nicht mehr finden und das hat jetzt nichts mit Schubmauer zu tun weil Gott war für Schubmauer nicht interessant.
00:59:27: jetzt als Philosophische sehr klar.
00:59:30: Aber für Maler natürlich schon als Gläubigen.
00:59:32: unkonventionslos gläubig muss man vielleicht sagen.
00:59:36: Der Satz beschreibt im Grunde finde ich so eine Suche zurück zu Gott.
00:59:41: Also quasi das Leben ist so schwer, es sind diese Sachen vorgefallen in seinem Leben aber in so vielen Leben.
00:59:49: also jeder kann sich in dem wiederfinden und er versucht es.
00:59:52: und dieser Schönheit die du beschreibst das sind immer diese Momente der Koralmomente, die dann aber jedes mal jeder von diesen Korallen bricht ab.
01:00:02: man kommt immer näher zu einem Höhepunkt aber es bricht jedes Mal ab und dazwischen kommen dann Momente, die ganz... nur so einzelne Instrumente, diese umeinanderspielen, desolat und einsam.
01:00:19: So einsam!
01:00:21: Und dann versucht er es wieder.
01:00:22: Es braucht alles immer Zeit, das Ersatz und dann setzt der wieder an und dann öffnet es sich und man denkt diesmal und wieder nicht.
01:00:29: Und ein drittes Mal nicht.
01:00:32: Dann kommt diese unglaubliche Coda für die die Symphonie vielleicht auch berühmt ist in der sich der Klang quasi auflöst.
01:00:41: Also das Tempo wird immer langsamer, die Pausen werden immer größer, es wird immer leiser... Die Themen werden so langsam dass man sie kaum noch erkennen kann.
01:00:52: Es kommt ein ganz langsames Zitat aus den Kindertotenliedern.
01:00:55: sicher hier ein Zeichen auch für ihn persönlich geht es auch immer noch um den Tod der Tochter und die Musik schwankt immer noch zwischen Duhr und Moll Ganz am Schluss, zwei Takte vor Schluss.
01:01:11: Da sind schon so ein ganzer Tag Pause wo man denkt ist es jetzt zu Ende oder dann setzen die Geigen
01:01:17: noch... Darf ich klatschen?
01:01:18: Genau!
01:01:18: Dann sitzen die Geiken nochmal an und dann kommen nochmal angedeutete Harmonie aber nur noch so einzelne Töne Und dann ganz am Schluss das Thema in der Unkehrung in den Bratschen.
01:01:31: Das heißt Es hat sich was getan Durch Licht Und dann verklingt es ihn.
01:01:39: Und das Komische ist, dass dieser Schluss von den Hörern der Uhrerführung und bis heute eigentlich als eine Beschreibung des Todes interpretiert wird, die quasi er komponiert seinen eigenen Tod.
01:01:54: Es ist ein bisschen irreführend, dass er über diese Seite in der Skizze schreibt.
01:01:59: Lebt wohl Schönheit, lebt wohl Welt, lebht wohl ihr alle!
01:02:06: Und hier kommt jetzt aber wieder, weil das kommt ziemlich plötzlich.
01:02:09: Also aus diesem letzten Moment der Einsamkeit kommen plötzlich diese Koder und das ist dann wieder genau das was Schopenhauer beschreibt als die Negation des Willens, die man gar nicht so forcieren kann sondern die kommt plötzlich.
01:02:23: also man kann sich durch Aschkäse und durch Training quasi die Reduktion des Willen darauf vorbereiten könnte dieser Moment kommen, in dem der Wille weg ist.
01:02:39: Und wo und das ist die einzige Möglichkeit für Maler aber wahrscheinlich für uns alle zu einem vollkommenen blau-in-blau Himmelsglück?
01:02:53: Wenn Schopenhauer vorher gesagt hat oder auch was für Mala und Wagner so wichtig war dass Musik gewille reiner will es dann und man da also Inhalte so total emotional wahrnehmen kann, weil man sich eben ganz hingibt.
01:03:08: Dann komponiert er diese Negation des Willens bringt der uns so nahe, weil wir uns dem ganz hingeben können, weil es eben Musik ist.
01:03:17: Es ist quasi ein Widerspruch in sich selber Philosophie in Musik gefühlte Philosophies was ja auch widersprüchlich ist.
01:03:26: Und das schafft er hier und für mich ist das eine der großen Leistungen der Menschheit.
01:03:33: dieser Schluss.
01:03:34: Ja, würde ich
01:03:35: auch sagen
01:03:36: ja... Es ist vollkommen unrealistisch!
01:03:38: Niemand kann diesen Zustand jemals erreichen aber er gibt uns den einmal.
01:03:44: für diese fünf Minuten können wir da drin sein und fünf Minuten glücklich sein und an nichts denken und nichts wollen und nichts müssen und nur sein.
01:03:56: und allein dafür muss man ihm schon dankbar sein.
01:04:00: Genau, aber man muss eben auch siebzig Minuten davor haben bis man dazu kommt.
01:04:05: Man muss wirklich den ganzen Weg auf den Gipfel gehen und dann wieder zurück und dann sieht man das Rot auf den Fels wenden.
01:04:17: Ich danke dir dass du da jetzt mir so zugehört hast weil ich
01:04:21: Ich
01:04:21: bin da jetzt so
01:04:22: überzeugt.
01:04:30: Nein, ich glaube es ist wichtig dass man für diese und da sind wir uns beide glaube ich einig wirklich komplexe Musik das man da seinen eigenen Zugang findet und ich glaube wir haben ja auch jetzt dargelegt dass es eben diese verschiedenen Zugänge gibt, ich finde den letzten Satz einfach so überzeugend.
01:04:55: Da braucht es für mich gar keine... Das ist einfach jenseits der Worte man versteht das sofort.
01:05:02: Man braucht gar keine Erklärung mehr.
01:05:04: Jetzt eine Frage an dich als Dirigent der du das Stück jetzt oft dirigiert hast Wie ist das eigentlich am Ende von so einer musikalischen Lebensreise.
01:05:17: Ist man dann als Dirigent auch am Ende oder im Himmel?
01:05:21: Oder wie verkraftet man sowas?
01:05:25: Ja, das lässt sich ganz schwer nur beschreiben aber dass... Man kommt dem wahnsinnig nah und das nimmt einen natürlich total mit.
01:05:33: Das sind so die intensivsten Erfahrungen Die ich haben kann quasi Und Ich glaube dafür macht man das dann auch einfach für.
01:05:43: es braucht zu viel Vorbereitung und soviel Schmerz und so viel.
01:05:49: Aber für diese Momente, das sind dann genau die Momente wo man sich mit dem einst fühlt weil natürlich der Komponist ist da drinnen und dem will man ja auch dienen aber im Moment der Aufführung macht man sich das ja auch zu eignen Und wenn man sich dazu drin wiederfindet.
01:06:07: Das sind unglaubliche Momente.
01:06:11: Also der Versagen wartet tatsächlich.
01:06:14: Naja klar Klar, man kann es sich als nicht Musiker und Nicht-Dirigent kaum vorstellen.
01:06:20: Aber ich wäre mich immer gegen die zehnte Symphonie... Ich glaube das kommt auch daher weil die neunte so einen absoluten Schlusspunkt scheinbar darstellt.
01:06:29: also man kann sich kaum vorstellen wie das dann noch weitergehen soll wenn man in diesem Himmel angekommen ist oder in dieser Reinheit.
01:06:40: Und dann kommt die Zehnte, die ja noch mal was ganz anderes ist.
01:06:42: Darüber müssen wir jetzt nicht sprechen.
01:06:44: aber ich glaube das spricht auch für die neunte und für die Monumentalität der Neunten dass man sich danach als höre erstmal gar nicht vorstellen kann wie hätte sich Maler überhaupt da noch weiterentwickeln können oder wie hätte er weitergehen können.
01:07:01: und er tat es.
01:07:02: aber und deswegen ist die zehnte eigentlich gehört unbedingt auch auf die Hörliste.
01:07:09: Genau, die Lesart das der da irgendwie stirbt und dass man hier den Himmel... Das ist eben irre für ihn.
01:07:14: weil dann was soll denn diese Zehnte sein?
01:07:16: Und das jetzt nur für die Höhrer noch... Also neunte Symphonie geschrieben.
01:07:22: nächsten Sommer schreibt er noch eine zehnte Dann ist er nochmal in New York für eine vierte Saison und wird dann anderthalb Jahre nach der neunten krank Im Februar und stirbt im Mai.
01:07:38: Es kommt dann zurück noch nach Wien, weil er nicht in New York sterben will und stirb dann quasi zwei Jahre später und eigentlich erst im Februar.
01:07:48: Und die neunte ist neunzeigundneuen geschrieben.
01:07:50: konnte er wissen dass es das ersterben wird?
01:07:52: also Es ist sicher keine
01:07:55: Definitiv keine Abschieds symphonie
01:07:57: Lieblingsstelle.
01:07:58: hast du eine Lieblungsstelle?
01:08:00: Naja Wenn man die ersten vier Minuten vom Ersten Satz, entweder ist man dann gewonnen oder man hat für immer verloren.
01:08:08: Also ich glaube da ist alles drin in diesen ersten vier Minuten komplex eigentlich wie das Universum, dass auf ganz einfachen Formen basiert und dann immer komplexer wird.
01:08:18: genauso ist es Bei dir.
01:08:20: für mich
01:08:20: ist... Ich hab's vorher schon gesagt diese Coda vom ersten Satz einfach unfassbar schön Und natürlich der Schluss Wobei, das sind bereits Stellen die einfach im Zusammenhang stehen müssen.
01:08:33: Schöne Aufnahmen wollten wir kurz erwähnen?
01:08:35: Naja!
01:08:36: Neben deiner... Also ich bin vorbelastet weil ich dich natürlich in solchen Sachen auch immer frage welche Maleraufnahme soll ich hören.
01:08:47: Leonard Bernstein gilt als der große Maler-Renaissance wie der Entdecker und war erst so auf dem Bernstein Trip.
01:08:54: Ich hab dich einmal gefragt, ich erinnere mich du hast mir dann zurückgeschrieben, nur Abadu.
01:09:02: Da gab es dann keinen Zweifel mehr.
01:09:06: Wobei ist ja zwei Zyklinge für Abade mit den Berliner Philharmonikern habe ich gehört und das hat mich bekehrt vom... Mahlerhasser zum Mahler.
01:09:18: Vollkommen
01:09:19: großartige Aufnahme, ich möchte auch tatsächlich empfehlen die frühe Abadeaufnahmen mit dem Wiener Philharmoniker, obwohl die spätere Reife ist und so.
01:09:27: aber da ist einfach der Sound der Wieners Philharmoneker ist einfach so großartig.
01:09:32: Und das war halt die, die ich immer hatte als Teenager, die lieb man dann immer besorgen.
01:09:35: Die Bernstein ist auch toll tatsächlich und tatsächlich auch toll ist die Karajan, der das Stück ja auch zweimal sogar aufgenommen hat und die Bruno Walter, die erste, die es gibt.
01:09:49: Und der Dirigenter Uhrführung
01:09:52: Naja, und die Aufnahme von Philipp von Steinecker ist auch nicht zu verachten.
01:09:56: Wir haben sie tatsächlich aufgenommen, wir haben sie auf den Originalinstrumenten aufgenommen... ...und das gibt ja vielleicht so ein bisschen einen Alleinstellungswert,... ...die lohnt sich auch mal reinzuhören.
01:10:08: Und
01:10:08: du wirst ja auch damit auf Tour sein jetzt demnächst?
01:10:13: Also wir nehmen jetzt im Juni auf, das darf man ja sagen,... mit eurem Orchester im August auf Tour?
01:10:23: Genau,
01:10:23: im September sind wir auf Tour.
01:10:26: Mit der neunten Symphonie und zwar spielen wir in der Skala in Meyland Wir spielen bei den Promps in London.
01:10:35: Wir spielen in der Kölner Phermonie im Konzertgebau in Amsterdam beim Brugnerfest in Linz im Konzerthaus in Wien und in der Elbphilharmonie in Hamburg.
01:10:44: Das ist das Maler Academy Orchestra Mit mir, wenn ihr da Lust habt hinzukommen, dann freue ich mich natürlich wahnsinnig.
01:10:52: Und wenn euch diese Folge gefallen haben sollte, dann würden wir euch bitten uns zu abonnieren und auch vielleicht eine kleine Bewertung zu schreiben weil dann helft ihr anderen kunsthungrigen Kultur-Hungrigen uns zu finden.
01:11:08: und natürlich erzählt es weiter Wir sind ein Nischenprodukt und wir brauchen Freunde.
01:11:14: in unserer Nische.
01:11:15: Show Notes haben wir schon gesagt, wird es geben mit Bücherliste und wenn ihr Anregungen habt oder Fragen auch könnt ihr uns erreichen unter contact at einfach-kompliziert.com Und das steht natürlich dann auch in den Show Notes.
01:11:32: Beim nächsten Mal!
01:11:34: Beim nächsten mal.
01:11:35: einer meiner absoluten Heroes Haimito von Dodara Musste neulich hören, dass Raimito von Dodara angeblich ein mittlerweile vergessener Auto ist.
01:11:47: Was schockierend!
01:11:49: Das darf nicht sein!
01:11:50: Würste
01:11:50: Zeit für unser Podcast?
01:11:51: Ja da werden wir nächstes Mal also nächsten Monat dann August über die Wasserfälle von Sluny sprechen wenn wir beim Bergsteigen sind.
01:12:01: ein weiterer Gipfelpunkt der Kunst und für mich der Literaturgeschichte.
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